Schlagwort: Bocholt


  • Wenige Monate nach Ende des Krieges war auf dem Hof Schlattmann der Jungbauer Johann Legeland einem tragischen Unfall zum Opfer gefallen. Die düsteren Gerüchte, die seitdem in der Bauerschaft Liedern die Runde machten, hielten sich hartnäckig. Als zwei Jahre später ein ähnliches Unglück geschah, erinnerte man sich.           Der Bauer Adolf Elting aus…

  • Maria Christine Brands aus Borken war eigentlich eine gute Partie. Stattdessen betrog sie ihr Gatte jahrelang mit einer Geliebten aus seiner Heimatstadt. Gefangen in den Zwängen ihrer Zeit kämpfte die tugendhafte Frau mit allen Mitteln um ihre Ehe – bis sie ihm zu lästig wurde.             Lange Nachforschungen hatte es gebraucht, bis…

  • Deutsche „Moffen“ und niederländische „Kaasköppe“ – meistens ging das gut, denn hüben wie drüben überwog das Verbindende. Als es im Städtchen Aalten zu einem Gewaltexzess kam, lag das jedenfalls nicht an den Nationalitäten. Denn Kriminalität hat keine Staatsangehörigkeit.             Am Abend des 22. November 1909 umwehte ein kalter Wind den Bahnhof von…

  • Gegen Ende des 19. Jahrhunderts gab es in Bocholt eine rege Diskussion über die zunehmende Unsicherheit auf den Straßen. Die Ordnungskräfte seien unterbesetzt und könnten den Bocholter Verhältnissen nicht mehr gerecht werden. Ob aber mehr Polizeipräsenz das Verbrechen verhindert hätte, das sich im Januar 1898 vor dem Ostertor zutrug, darf bezweifelt werden.        …

  • Die Wanderschaft war für Handwerksgesellen seit jeher ein wichtiger Schritt für die Persönlichkeitsbildung. Damit am Ende dieses Lebensabschnittes ein gereifter Mensch in die Heimat zurückkehrte, war diese Zeit strengen Sitten und Gebräuchen unterworfen. Einige Gesellen nahmen es mit diesen Regeln jedoch nicht so genau, verfielen dem Müßiggang und gerieten schließlich auf die schiefe Bahn.  …

  • Während der unruhigen Nachkriegszeit wurde in der Landgemeinde Hemden bei Bocholt ein beispielloser Doppelmord verübt. Die Polizei tappte lange im Dunkeln. Erst Jahre später gelangen – auch anhand neuer Methoden – Fortschritte bei den Ermittlungen. Das Undenkbare wurde schließlich zur Gewissheit.           Mit der Unterzeichnung des Waffenstillstands von Compiègne am 11.11.1918 endete auf…

  • Wilhelm Hufe neigte zu unkontrollierten Wutausbrüchen. Als sogenannter „schwer Erziehbarer“ überforderte er nicht nur seine Mutter, sondern auch die Pädagogen und sozialen Einrichtungen seiner Zeit. Letztere schadeten zu Beginn des 20. Jahrhunderts häufig mehr, als sie nützten. In der beklemmenden Enge der Bocholter Altstadt kam es so zu einer dramatischen Eskalation.           Die…

  • Josef Otten hatte die Arbeit nicht gerade erfunden. Mal gab er sich als Weber, mal als Verputzer aus. Viel lieber verbrachte er aber seine Zeit mit Freunden auf ausgedehnten Zechtouren durch die Wirtshäuser. Dort war er meist gern gesehen, denn mit einigen Zauberkunststückchen und Taschenspielertricks konnte er durchaus eine Kneipe unterhalten. Seinen Lohn dafür erhielt…

  • Im Bocholter Westen herrschte seit einigen Jahren ein Dreiklang aus Arbeiten, Wohnen und Vergnügen. Anfang des Jahres 1899 hatte die neue Textilfabrik Rothe Erde ihren Betrieb aufgenommen und rund herum entstand ein neue Arbeiterkolonie. Die Gastronomie hatte den Bocholter Westen schon 30 Jahre zuvor für sich entdeckt. Aber wo viel Licht ist, ist auch viel…

  • Zum Ende des 19. Jahrhunderts platzte die Bocholter Altstadt aus allen Nähten und es entstanden zahlreiche neue Textilfabriken und Arbeiterkolonien in der Feldmark. Im Westen der Stadt war die Spinnerei Rothe Erde ein Treiber dieser Entwicklung. Zu Hunderten zogen Arbeiter in die neuen Quartierte an die Werther Straße – soziale Begleiterscheinungen inklusive.     Als hätte…