Kategorie: Beziehungstaten


  • Wilhelm Hufe neigte zu unkontrollierten Wutausbrüchen. Als sogenannter „schwer Erziehbarer“ überforderte er nicht nur seine Mutter, sondern auch die Pädagogen und sozialen Einrichtungen seiner Zeit. Letztere schadeten zu Beginn des 20. Jahrhunderts häufig mehr, als sie nützten. In der beklemmenden Enge der Bocholter Altstadt kam es so zu einer dramatischen Eskalation.           Die…

  • Die historische Figur des Kiepenkerls gilt als ein Symbol des Münsterlandes und ist bis heute positiv besetzt. Dem wandernden Händler wurden nicht nur zahlreiche Denkmäler gesetzt, sondern er muss bis heute mit seinem Namen für Saatgut, Gaststätten und sogar Radiosender herhalten. Aber nicht allen Kiepenkerlen waren die Leute wohlgesonnen, denn es gab auch zwielichtige Gestalten…

  • Im Bocholter Westen herrschte seit einigen Jahren ein Dreiklang aus Arbeiten, Wohnen und Vergnügen. Anfang des Jahres 1899 hatte die neue Textilfabrik Rothe Erde ihren Betrieb aufgenommen und rund herum entstand ein neue Arbeiterkolonie. Die Gastronomie hatte den Bocholter Westen schon 30 Jahre zuvor für sich entdeckt. Aber wo viel Licht ist, ist auch viel…

  • An einem Vormittag im Mai stand der Knecht Heinrich Hachmann vor der Tür des Dr. Wilp. Der Schöppinger Landarzt solle schnell mit in die Bauerschaft Heven kommen, dort sei ein schlimmes Unglück geschehen. Was Dr. Wilp dort vorfand, war allerdings mehr als ein Unglücksfall: Es war der traurige Höhepunkt eines langjährigen und erbitterten Nachbarschaftsstreites.     …

  • Der Barloer Kötter Joseph Krasenbrink war ein Tyrann. Mit Wut und Willkür drangsalierte er nicht nur seine Mitmenschen, sondern auch die Tiere auf seinem Hof. Bis zu dem Tag, an dem seine Magd Gertrud das alles nicht mehr hinnehmen mochte.  Das Schimpfen und Schreien kam aus der Scheune und war unüberhörbar. Doch das war nicht…

  • Eigentlich war die 34-jährige Johanna Rümping nur zu bedauern. Schon ihre Kindheit in Nordbrock war ein einziges Trauerspiel. Später war sie in ihrer Einfältigkeit ein leichtes Opfer für Männer, die es nicht gut mit ihr meinten. Bis sie eines Tages ihr Schicksal selbst in die Hand nahm.    Am Dienstag, den 27. April 1897 klopfte…

  • Die Bewohner des Liesner Hofes in Almsick wurden schon seit Jahrzehnten immer wieder von schweren Schicksalsschlägen heimgesucht. Doch allen Tragödien zum Trotz war Antonia Hilbt, die älteste Tochter des Hauses, eine lebensfrohe und allseits beliebte junge Frau. Als designierte Hoferbin war sie außerdem eine umworbene Partie. Doch da war noch jemand, dem das alles missfiel. …

  • Heinrich Schötteler und Johann Gervert pflegten eine innige Feindschaft. Johann war mit Heinrichs jüngerer Schwester verlobt, doch dem großen Bruder war der Schwager in spe nicht gut genug. Am Neujahrstag 1892 gerieten die beiden Streithähne mal wieder heftig aneinander, bis ein Dritter dazwischen ging.  Der Pfarrer Hermann Harrier hatte seiner Gemeinde gerade seinen Neujahrssegen gespendet,…

  • Am 1. Februar 1907 fanden Schulkinder aus der Bauerschaft Ortwick auf einer Wiese die Leiche einer jungen Frau. Rasch stellte sich heraus, dass die Tote Opfer eines doppelten Verbrechens war. Nach wenigen Tagen führe ein Brief auf die Spur eines Täters, doch hinter dem Fall verbarg sich noch wesentlich mehr.       Diesen Freitag sollten die…

  • In der abgelegenen Bauerschaft Nordbrock im Kirchspiel Dingden kochten seit Wochen die Gerüchte. Der Magd Johanna Triptrap sollen schlimme Dinge widerfahren sein. Eines Abends war die junge Frau dann plötzlich verschwunden. Bauer Theodor Ketteler war gerade aus Rhede auf seinen Hof in Nordbrock zurückgekehrt, da wurde er von seiner aufgeregten Magd Gertrud Gröneboom empfangen. Eigentlich…