• Der Herbst – für die einen ist jetzt die Zeit der Kartoffelernte, für den Autor dieses Blogs die Gelegenheit zu einer schöpferischen Pause, um dem Boden der Geschichte weitere historische Erzählungen zu entlocken. Denn noch ist nicht alles ausgegraben.

  • Der Letter Bruch war ein gottverlassener Ort. Bis weit ins 19. Jahrhundert bildete dieser wilde Ödlandstreifen eine natürliche Grenze, die das Westmünsterland und das Kernmünsterland trennte. Ein unwegsames Niemandsland, das anständige Leute mieden. Doch für Menschen am äußersten Rand der Gesellschaft war er ein Zufluchtsort.            „Um Gottes willen!“ Der markerschütternde Schrei einer…

  • Heinrich Stegemann aus Rhede erkannte nach all den Jahren seine eigene Frau nicht wieder. War er nicht stets gut zu ihr und den Kindern gewesen? Doch nun hatte sie nur noch jenen Nebenbuhler im Sinn, der vom Alter her sein Sohn hätte sein können. In seiner Not bat der 53-Jährige den Gladbecker Pfarrer Enbergs, die…

  • Wenige Monate nach Ende des Krieges war auf dem Hof Schlattmann der Jungbauer Johann Legeland einem tragischen Unfall zum Opfer gefallen. Die düsteren Gerüchte, die seitdem in der Bauerschaft Liedern die Runde machten, hielten sich hartnäckig. Als zwei Jahre später ein ähnliches Unglück geschah, erinnerte man sich.           Der Bauer Adolf Elting aus…

  • Maria Christine Brands aus Borken war eigentlich eine gute Partie. Stattdessen betrog sie ihr Gatte jahrelang mit einer Geliebten aus seiner Heimatstadt. Gefangen in den Zwängen ihrer Zeit kämpfte die tugendhafte Frau mit allen Mitteln um ihre Ehe – bis sie ihm zu lästig wurde.             Lange Nachforschungen hatte es gebraucht, bis…

  • Deutsche „Moffen“ und niederländische „Kaasköppe“ – meistens ging das gut, denn hüben wie drüben überwog das Verbindende. Als es im Städtchen Aalten zu einem Gewaltexzess kam, lag das jedenfalls nicht an den Nationalitäten. Denn Kriminalität hat keine Staatsangehörigkeit.             Am Abend des 22. November 1909 umwehte ein kalter Wind den Bahnhof von…

  • Acht Monate Mord und Totschlag aus 80 Jahren – nach 29 Episoden mit 32 Opfern und 30 Tätern ist jetzt Zeit für eine Pause. Dem geneigten Leser bietet diese die Gelegenheit, die eine oder andere Geschichte noch einmal nachzulesen. Der Autor wird seinerseits die Zeit nutzen, um weitere Fälle zu recherchieren und zu bearbeiten, denn…

  • Gegen Ende des 19. Jahrhunderts gab es in Bocholt eine rege Diskussion über die zunehmende Unsicherheit auf den Straßen. Die Ordnungskräfte seien unterbesetzt und könnten den Bocholter Verhältnissen nicht mehr gerecht werden. Ob aber mehr Polizeipräsenz das Verbrechen verhindert hätte, das sich im Januar 1898 vor dem Ostertor zutrug, darf bezweifelt werden.        …

  • Die Wanderschaft war für Handwerksgesellen seit jeher ein wichtiger Schritt für die Persönlichkeitsbildung. Damit am Ende dieses Lebensabschnittes ein gereifter Mensch in die Heimat zurückkehrte, war diese Zeit strengen Sitten und Gebräuchen unterworfen. Einige Gesellen nahmen es mit diesen Regeln jedoch nicht so genau, verfielen dem Müßiggang und gerieten schließlich auf die schiefe Bahn.  …

  • Während der unruhigen Nachkriegszeit wurde in der Landgemeinde Hemden bei Bocholt ein beispielloser Doppelmord verübt. Die Polizei tappte lange im Dunkeln. Erst Jahre später gelangen – auch anhand neuer Methoden – Fortschritte bei den Ermittlungen. Das Undenkbare wurde schließlich zur Gewissheit.           Mit der Unterzeichnung des Waffenstillstands von Compiègne am 11.11.1918 endete auf…