• Acht Monate Mord und Totschlag aus 80 Jahren – nach 29 Episoden mit 32 Opfern und 30 Tätern ist jetzt Zeit für eine Pause. Dem geneigten Leser bietet diese die Gelegenheit, die eine oder andere Geschichte noch einmal nachzulesen. Der Autor wird seinerseits die Zeit nutzen, um weitere Fälle zu recherchieren und zu bearbeiten, denn…

  • Gegen Ende des 19. Jahrhunderts gab es in Bocholt eine rege Diskussion über die zunehmende Unsicherheit auf den Straßen. Die Ordnungskräfte seien unterbesetzt und könnten den Bocholter Verhältnissen nicht mehr gerecht werden. Ob aber mehr Polizeipräsenz das Verbrechen verhindert hätte, das sich im Januar 1898 vor dem Ostertor zutrug, darf bezweifelt werden.        …

  • Die Wanderschaft war für Handwerksgesellen seit jeher ein wichtiger Schritt für die Persönlichkeitsbildung. Damit am Ende dieses Lebensabschnittes ein gereifter Mensch in die Heimat zurückkehrte, war diese Zeit strengen Sitten und Gebräuchen unterworfen. Einige Gesellen nahmen es mit diesen Regeln jedoch nicht so genau, verfielen dem Müßiggang und gerieten schließlich auf die schiefe Bahn.  …

  • Während der unruhigen Nachkriegszeit wurde in der Landgemeinde Hemden bei Bocholt ein beispielloser Doppelmord verübt. Die Polizei tappte lange im Dunkeln. Erst Jahre später gelangen – auch anhand neuer Methoden – Fortschritte bei den Ermittlungen. Das Undenkbare wurde schließlich zur Gewissheit.           Mit der Unterzeichnung des Waffenstillstands von Compiègne am 11.11.1918 endete auf…

  • Wilhelm Hufe neigte zu unkontrollierten Wutausbrüchen. Als sogenannter „schwer Erziehbarer“ überforderte er nicht nur seine Mutter, sondern auch die Pädagogen und sozialen Einrichtungen seiner Zeit. Letztere schadeten zu Beginn des 20. Jahrhunderts häufig mehr, als sie nützten. In der beklemmenden Enge der Bocholter Altstadt kam es so zu einer dramatischen Eskalation.           Die…

  • Zu Beginn des 20. Jahrhunderts steckte die moderne Psychiatrie noch in ihren Anfängen. Die wirksame Behandlung seelischer Leiden war allerdings noch weitgehend unbekannt. Betroffene und ihre Angehörigen waren nicht nur überfordert, sondern zudem noch Diffamierung und Ausgrenzung ausgesetzt. Dann half nur noch Beten – manchmal aber auch nicht.           Seit August 1905 war…

  • Josef Otten hatte die Arbeit nicht gerade erfunden. Mal gab er sich als Weber, mal als Verputzer aus. Viel lieber verbrachte er aber seine Zeit mit Freunden auf ausgedehnten Zechtouren durch die Wirtshäuser. Dort war er meist gern gesehen, denn mit einigen Zauberkunststückchen und Taschenspielertricks konnte er durchaus eine Kneipe unterhalten. Seinen Lohn dafür erhielt…

  • Die Jahre nach dem 1. Weltkrieg waren geprägt von Hunger, Chaos und Gewalt. In sogenannten Hamsterzügen strömten täglich Tausende aus dem Ruhrgebiet in das benachbarte Münsterland. Auf den Bauernhöfen versuchten die Hungernden ihre wenigen Habseligkeiten gegen Lebensmittel einzutauschen. Unter ihnen auch viele, die sich einfach nahmen, was sie brauchten – ohne Rücksicht auf Verluste.   …

  • Die historische Figur des Kiepenkerls gilt als ein Symbol des Münsterlandes und ist bis heute positiv besetzt. Dem wandernden Händler wurden nicht nur zahlreiche Denkmäler gesetzt, sondern er muss bis heute mit seinem Namen für Saatgut, Gaststätten und sogar Radiosender herhalten. Aber nicht allen Kiepenkerlen waren die Leute wohlgesonnen, denn es gab auch zwielichtige Gestalten…

  • Im Bocholter Westen herrschte seit einigen Jahren ein Dreiklang aus Arbeiten, Wohnen und Vergnügen. Anfang des Jahres 1899 hatte die neue Textilfabrik Rothe Erde ihren Betrieb aufgenommen und rund herum entstand ein neue Arbeiterkolonie. Die Gastronomie hatte den Bocholter Westen schon 30 Jahre zuvor für sich entdeckt. Aber wo viel Licht ist, ist auch viel…